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| Thüringer Allgemeine vom 07.06.2005 von NN |
Geselligkeit gepflegt Landseniorenverbände Sondershausen und Artern feierten gemeinsam Frühlingsfest Über 100 Mitglieder der Landseniorenverbände Sondershausen und Artern haben jetzt gemeinsam ein Frühlingsfest gefeiert. Das frühlingshafte Wetter passte dazu und sorgte mit für eine gute Stimmung in der Gaststätte Burghof am Fuße des Kyffhäuser-Denkmals.
Die Vorsitzenden der beiden Verbände, Siegfried Weber für Sondershausen und Milmar Spens für Artern, konnten dabei auf geschichtsträchtigem Boden besondere Gäste willkommen heißen, so Landrat Peter Hengstermann (CDU) den Vizepräsident des Thüringer Landsenioren, Dr. Gerhard Bachmann, den Geschäftsführer des Kyffhäuserkreis-Bauernverbandes, Gerhard Kleinsteuber sowie Manfred Langenberg vom Schutzbund der Senioren und Vorruheständler nebst Gattin. In seinen Begrüßungsworten zeigte sich Hengstermann erfreut über die Aktivitäten der Landsenioren, die auch Geselligkeit zu pflegen wüssten, wie es hieß. Landsenioren-Vizepräsident Bachmann und Bauernverbands-Geschäftsführer Kleinsteuber verwiesen auf die sehr nützliche Landseniorentätigkeit.
Von Seiten des Kreisbauernverbandes werde auch in Zukunft jede mögliche Unterstützung gegeben, wurde versprochen. Die Projektbetreuerin vom Arterner Landseniorenverband, Anita Lorenz, informierte auf dem Frühlingsfest unterdessen in einem geschichtlichen Abriss über den Kyffhäuser. Der Sondershäuser Verbandschef Siegfreid Weber trug derweil einige Verse über den Frühling vor und informierte mit Wetterdaten über den bis 18. Mai viel zu kalten Frühling. Nach einer gemütlichen Kaffeetafel gab es dann einen regen Gedankenaustausch. Alleinunterhalter Stephan Kaufmann sorgte für gute musikalische Unterhaltung. Auch das Tanzbein konnte geschwungen werden. Landsenior Fritz Steinhoff brachte Anekdoten aus seiner Jugendzeit zu Gehör. Ein Dankeschön gebührt dem Team des Gaststätte Burghof. |
| Thüringer Allgemeine vom 28.05.2005, Bericht von Grit Pommer |
Meilenstein der Wurstgeschichte Halberstädter in Dosen wurden extra für die Einweihung des Kyffhäuserdenkmals erfunden. Halberstädter Würstchen in Dosen gehören heute zur Grundausstattung jeder gut sortierten Vorratskammer. Doch was nur die wenigsten wissen: Erfunden wurde der knackige Imbiss mit Haltbarkeit seinerzeit eigens für die Eröffnung des Kyffhäuser-Denkmals.
Mit 18 Jahren und sechs Pfennig in der Tasche, so berichtet es die Firmenlegende, kam Friedrich Heine einst nach Halberstadt und verdingte sich als Würstchenverkäufer. Der knackige Leckerbissen sollte sein künftiges Leben bestimmen: Zwei Jahre später, 1884, eröffnete Heine seine eigene Würstchenproduktion und stellte zunächst 300 Paar am Tag her, die sich im Handumdrehen verkauften. Das Gespür fürs Besondere hatte Heine offenbar von Anfang an. Als er 1891 mit seinen deftigen Halberstädtern bei der Kochkunstausstellung in Hannover zum Sprung auf den überregionalen Markt ansetzte, schmückte er seinen Stand mit einer 36 Meter langen Mega-Wurst - und zog alle Blicke auf sich. Schon 1894 unternahm Heine erste Versuche, seine Würstchen haltbar zu machen. Aber das war eine knifflige Angelegenheit. "Damals gab's ja noch keinen Autoklaven, in dem man mit Überdruck mehr als 100 Grad Wassertemperatur erreicht", erklärt Karlheinz Krone, Pressesprecher der Halberstädter Würstchen- und Konservenfabrik GmbH, im TA-Gespräch. "Man musste es versuchen wie die Hausfrau: im großen Kessel." Nach den ersten Tests gab Heine die Sache bald wieder auf. Denn entweder waren Dosen zu kurz abgekocht und der Inhalt gammelte. Oder man kochte sie zu lange und die Prachtstücke platzten auf. Dann, 1896, bekam er einen Großauftrag: Bei den Einweihungsfeierlichkeiten des Kyffhäuser-Denkmals rechnete man mit zigtausenden Besuchern und dem Absatz von 40 000 Paar Würstchen. Doch so viel Frischware mit Pferd und Wagen ins ferne Bad Frankenhausen kutschieren? Heine hatte so seine Zweifel. Und stürzte sich fieberhaft in neue Einkoch-Versuche. Am 18. Juni 1896 sollte das Denkmal eingeweiht werden. Tage vorher machte sich Friedrich Heine in Halberstadt mit Pferdefuhrwerken auf den Weg zum Kyffhäuser, voll beladen mit Brennholz, Waschkesseln und natürlich den Würstchen, die darin erhitzt werden sollten, um sie an die 20 000 hungrigen Festbesucher zu verkaufen. 10 000 Paar frische Würstchen hatte Heine im Gepäck und 30 000 Paar in Blechdosen, die von Hand verlötet waren. Die Einweihung indes sollte für ihn zum Schicksalstag werden: Die Verkäufer hatten kaum die frischen Würste an den Mann gebracht, als ein Unwetter mit Blitz und Donnerschlag herein brach und die Massen in alle Winde zerstreute. Zum Glück steckten die restlichen 30 000 Würste haltbar in den Dosen. "Sonst wäre das Heines Ruin gewesen", meint Krone. So aber konnte der Würstchenkönig bei der Kochkunstausstellung im Juli 1896 eine Weltneuheit präsentieren: Halbstädter in Dosen. Die sind inzwischen auch wieder direkt am Denkmal zu haben. Denn bevor dort das neue Infozentrum eröffnet wurde, besann sich der Tourismusverband auf die alte Geschichte und knüpfte Kontakte nach Halberstadt. Von dort werden nun die deftigen Pärchen in zwei Varianten auf den Kyffhäuser geliefert: kürzere à 50 Gramm und längere à 82 Gramm. Ob seinerzeit bei der Denkmalseinweihung auch Kaiser Wilhelm II. ins herzhafte Halberstädter biss, ist nicht überliefert. Fest steht, dass ihn der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt nach dem feierlichen Akt ins Jagdschloss Rathsfeld einlud, wo zwei Stunden lang getafelt wurde: Kraftbrühe, Forelle, Wildrücken Schwarzburger Art, Krebse in Sülze, Metzer Hühner, Salat und gefüllte Artischocken sowie Savarins mit Früchten, Barbarossa-Eis und Käsestangen. Danach hatte wahrscheinlich keiner mehr Platz für ein Würstchen. Das gemeine Volk drüben am Kyffhäuser zahlte derweil 25 Pfennig für die warme Wurst mit Brötchen und wurde mindestens genauso lecker satt. Das Rezept der Original Halberstädter sei heute noch an Heines Urvariante angelehnt, erklärt Karl-Heinz Krone auf TA-Anfrage. Und geräuchert würden die Würstchen bis zum heutigen Tag in dem einst von Friedrich Heine erbauten Kamin. Das gebe ihnen den charakteristischen Geschmack - und sei streng patentiert. |
| Thüringer Allgemeine vom 28.05.2005, Bericht von Grit Pommer und Heiko Kolbe |
Im Kyffhäuser zu Hause Zurück auf dem Kamin Mit dem Sandstein - Barden ist der Barbarossasaal im Burghof wieder um ein originalgetreues Detail reicher.Wer den Kyffhäuser von früher kennt, dem kommt er gleich bekannt vor: der mächtige, in Stein gehauene Barde mit dem Adler auf der Schulter. Zu DDR-Zeiten stand er an der Großgaststätte vor der Tür. Jetzt ist er wieder an seinen angestammten Platz zurück gekehrt - in den Barbarossasaal im Burghof. Es war wohl eine der schlimmsten Bausünden, die dem Burghof zu DDR-Zeiten angetan wurden: Der Barbarossasaal mit seinen prächtig ausgemalten Gewölben wurde rabiat zur Selbstbedienungsstrecke umgekrempelt. In langen Zeilen reihten sich gelbe Kunststoff-Klappen aneinander, hinter denen Hackepeter, Bockwurst und Cremetorte darauf warteten, dass jemand beherzt zugriff. Die neuen Burghofbetreiber wollen den alten Barbarossasaal originalgetreu wieder herstellen. Und beim Abriss der neuzeitlichen Zwischenwände stießen sie auch auf die Reste des mächtigen Kamins, der hier einst prasselte. Auf alten Darstellungen ist gut zu erkennen, wie auf dem Sims der bärtige Barde thront, der mit kräftiger Hand seine Leier zupft und dem Adler ins Auge blickt, der auf seiner Schulter die Flügel spreizt. Den wollte man natürlich unbedingt wieder aufstöbern. Denn von seinem Standort unten vor dem Eingang, an den er Jahrzehnte lang verbannt wurde, war der Barde inzwischen verschwunden. "Das war ein richtiges Puzzlespiel", erinnert sich Catrin Auerbach an die Nachforschungen. Schließlich stellte sich heraus, dass der Barde bei der Sanierungsfirma Bennert auf dem Hof lagerte. "Anfangs hieß es, man müsste erst mal prüfen, ob man uns den einfach so geben könnte, schließlich wäre er aufwändig gesichert worden", berichtet Peter Pester. Doch dann stellte sich heraus: Der Sandstein-Koloss war so verwittert wie eh und je. Die Firma Bätzoldt aus Bad Frankenhausen erklärte sich bereit, den Barden "zum absoluten Freundschaftspreis", wie Catrin Auerbach versichert, wieder an seinen angestammten Platz zu bugsieren. Es habe einiges an Nerven gekostet, bis die vier zum Teil tonnenschweren Einzelteile auf den Kamin gehievt waren. Schließlich war in den Gewölberundungen kaum Platz für die Technik. Aber jetzt liegt er wieder da, der Barde, und spielt die Leier. Zu gerne wüsste Catrin Auerbach, wie die verwitterte Inschrift auf dem Sockel komplett lautete. Die Anfangsworte zumindest sollen der ersten Strophe des Nibelungenliedes entsprechen: "Uns ist in alten maeren/wunders viel geseit..." Hilfe bei der Wiederherstellung des ursprünglichen Burghofs bekommt man übrigens immer wieder von älteren Besuchern, die Fotos und Postkarten mit in die Gaststätte bringen. "Das ist total lieb", freut sich Catrin Auerbach. Der große Kamin soll jetzt wieder gangbar gemacht werden; der total verschüttete Zug wurde schon freigelegt und soll wieder aufgemauert werden. |
| Thüringer Allgemeine vom 04.01.2005, Bericht von Grit Pommer |
Als nächstes der Kreiskarneval Burghof-Saal mausert sich wieder zum Veranstaltungsort für die größeren Sausen. Die Silvesternacht 2004 auf dem Kyffhäuser ist Geschichte, die Spuren der großen Party beseitigt. Doch die nächsten Großereignisse hoch oben am Wahrzeichen des Kreises werfen schon ihre Schatten voraus. "Früher hab' ich hier oben öfter Musik gemacht. Die Silvesterparty ist allerdings meine erste - gut, dass das jetzt wieder möglich ist", meinte Karnevals-Urgestein Jürgen Müller vom BCC Bendeleben/Rottleben gegenüber dieser Zeitung. Und kündigte gleich das nächste Großereignis im Burghof-Saal an: "Am 26. Februar, zum Abschluss der Session, gehen wir mit den anderen Vereinen zum Kreiskarneval hier hoch." Die Burghof-Betreiber haben sich auf die Riesensause schon eingestellt, rechnen mit rund 400 Teilnehmern. Die Nacht des Jahreswechsels, in der man 300 Partygäste bewirtete, war dafür schon mal ein Prüfstein. Die Silvestergäste waren jedenfalls des Lobes voll: "Wir haben früher schon gerne auf dem Kyffhäuser gefeiert. Und jetzt wollten wir natürlich auch dabei sein", meinte zum Beispiel Dorothea Lehmann, die Chefin der Bad Frankenhäuser "Kindervilla", die mit Ehemann Uwe kaum eine Tanzrunde ausließ. "Und die Verpflegung heute Abend ist auch hervorragend", ließ sie noch wissen, bevor es mit Schwung in den nächsten Titel ging. Auch Annemarie Nestler, Leiterin der Grundschule Rottleben, zeigte sich zu später Stunde begeistert: "Für uns ist es das erste Mal." Sie zwar gleich zwölf Mann hoch mit den Rottlebener Skatfreunden zur Party angereist. Und Denkmal-Chef Ralf Rödger ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, bei der ersten Burghof-Sause seit zehn Jahren mitzufeiern. Andere steuerten das Wahrzeichen des Kreises auch ohne Partyticket an. Zum Beispiel Mario Vollmar aus Bad Frankenhausen, der vor Mitternacht mit Familie auf den Berg pilgerte, um hier das neue Jahr zu begrüßen. Ihm gleich taten es sehr viele weitere Besucher, die bis aus Sangerhausen anreisten und das langjährige Argument des Tourismusverbandes widerlegten, dass sich die Öffnung in der Silvesternacht sowieso nicht lohne. Bei den Aufräumarbeiten am Denkmal packten TVK-Mitarbeiter und Burghof-Betreiber gemeinsam an, so dass am Neujahrstag um zehn schon alles wieder in Ordnung war. |
| Thüringer Allgemeine vom 03.01.2005, Bericht von Grit Pommer |
Gut gerutscht
300 Gäste feierten im Burghof Silvester / Denkwürdiger Jahreswechsel am Denkmal Es war die erste Silvesterparty im Burghof seit über zehn Jahren. Es war rappelvoll, die Stimmung bestens. Und obwohl der Kyffhäuser selbst sich um Mitternacht wie eine Diva in Nebelschleier hüllte, waren sich kurz nach zwölf alle einig: Dieser Rutsch war genial.
Ein bisschen erschöpft, aber zufrieden steht Peter Pester an der Treppe und blickt in den großen Saal. Kleine Verschnaufpause in einer rauschenden Partynacht, die den Burghofbetreibern alles abverlangte. "Gleich am Anfang hab' ich mich bei den Leuten für das Vertrauen bedankt, das sie uns entgegen bringen", meint er im TA-Gespräch. Und untertreibt damit ein ganz klein wenig den reißenden Absatz, den die Karten für die Silvesterparty im Burghof fanden.
Kaum war bekannt, dass es hier zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder eine große Feier geben sollte, waren die Tickets auch schon so gut wie weg. Rund 300 Leute fanden an den langen Tischen Platz, mehr ging beim besten Willen nicht. Die Südseite des Gebirges ist dabei ein bischen unterrepräsentiert, denn vor allem die Tilledaer und Kelbraer haben sich vom Fleck weg ihre Plätze gesichert. Die beiden Wirts-Paare Gabi und Torsten Heider sowie Peter Pester und Catrin Auerbach haben sich für diese denkwürdige Riesenfete ebenso die langen Kellnerschürzen umgebunden wie der komplette Verwandten- und Freundeskreis aus dem heimischen Königs-Wusterhausen.
Und die neuen Burghofbetreiber zeigen, wie man eine Sache anpacken muss, damit ein Erfolg daraus wird. Da stimmen nicht nur Dekoration, Bufett und Musik, da ist auch an schöne Details gedacht. Als es halb zwölf zum Denkmal hinauf geht, hat man Notfall-Regenschirme für die Gäste parat. Oben lodern Lagerfeuer, steht eine Sektbar bereit. Und um Mitternacht lässt Torsten Heider das Feuerwerk einer mittleren Kleinstadt in den Himmel steigen. Das erleben auch die vielen Besucher mit, die einfach nur für den Rutsch ins neue Jahr hinauf ans Denkmal gekommen sind. Und obwohl ausgerechnet hier oben alles in dicke Wolkensuppe gehüllt ist, genießen die Massen auf den Denkmalsterrassen das Gefühl, bei etwas ganz Besonderem dabei zu sein.
Zurück im warmen Party-Saal finden die Gäste dann schon wieder ein neues Bufett vor, können sich mit frischen Pfannkuchen stärken. Die ersten treffen derweil Vorsorge für Silvester 2005. "Ich bestelle gleich einen Tisch für 20 Leute", meint Bernd Nawrodt, Bürgermeister der Kyffhäuser-Gemeinde Steinthaleben, zehn nach zwölf zu Gabi Heider. Gut möglich, dass die Karten diesmal noch schneller weg sind. |
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