Thüriger Allgemeine / Artern 24.12.2005 von Renate Rusch

Großfamilie Das Fest gerettet

Viele Köche verdarben im Fall von Familie Janotta ganz und gar nicht den Brei

Während immer mehr junge Familien überlegen, ob sie sich in Zeiten unsicherer Arbeitsplätze und steigender Lebenserhaltungskosten überhaupt noch Kinder anschaffen sollen, zögerten die 30-jährige Cornelia und der gleichaltrige Sven Janotta nicht lange. Sie haben sieben Kinder, planen acht.

Kyffhäuserkreis

Die Familie wohnt in einer Dreiraum-Wohnung Am Schackenfeld in Bad Frankenhausen. Und nimmt jeden Tag aufs Neue die Herausforderung an, sich und ihre Kinder über die Runden zu bringen. Das ist nicht immer leicht. Doch das Lachen der Kleinen entschädigt für manches.

Emely Jane, Fransiska, Justin-Leon, Giovanni, Christopher, Laura und Sophie-Linda sind zwische vier Monaten und zehn Jahre alt. Sie haben natürlich auch Wünsche. Doch weil Mutter Cornelia sich zu Hause um den Nachwuchs kümmern muss und Vater Sven derzeit nur einen Ein-Euro-Jop im Sportverein hat, waren Geschenke zum Weihnachtsfest eigentlich gestrichen. Doch der Gedanke an die traurigen Kinderaugen trieb den Vater um. So entschloss er sich, diese Woche doch mal in der Kreisverwaltung anzurufen und um Hilfe zu bitten. Vater Janotta hatte von einer Hebamme gehört, dass Bund und Land fürs 7. Kind etwas spendieren.

Des Landrats Sekretärin schaltete blitzschnell, organisierte den Vorschuss von 500 Euro vom Bundespräsidenten und 250 Euro vom Land. Und da auch Landrat Peter Hengstermann (CDU) nicht mit leeren Händen kommen wollte, besorgte er Plüschtiere für die kleinen, sein Fahrer kümmerte sich um Süßigkeiten.
Michael Weise, der Chef der Entsorgungsfirma SAK in Sondershausen, erzählte seinen Mitarbeitern von der Familie, die besorgten spontan Geld und Kindersachen, denn die kleine Emily Jane hat noch immer kein Kinderbett. Das bekam man supergünstig vom Sondershäuser Möbelmarkt Strotzer.

Und weil auch Peter Pester vom Burghof ein Herz hat, lud er die ganze Familie über den 25. Dezember zum Essen auf den Kyffhäuser ein. Da Sven Janotta zwar einen Führerschein, aber kein Auto hat, steckte der Landrat gestern noch heimlich Taxigeld zu, als er die "eiligen" Geschenke an die Janottas übergab.
"Die Kinder haben sich sehr über alles gefreut", so Hengstermann. "Aber besonders hat mich die kleine Tochter gerührt. Sie kam mit einem Anorak zu mir und fragte, ob der ganz allein für sie ist."

 

Thüringer Allgemeine 9. Dezember 2005 von Ingolf Gläser

Barbarossa am Ball

 

Größtes Fußballfeld der Welt ist am Fuße des Kyffhäusers als Bodenbild zu sehen / Farben verändern sich.

 

Mit dem Anpfiff des ersten Spiels dauert es noch Aber die Fußballfans auf der ganzen Welt sind heiß darauf. Die Spannung ist riesig, denn heute erfolgt die Auslosung. Auch Barbarossa ist am Ball. Am Fuße des Kyffhäusers wächst wieder ein riesiges Bodenbild. Und da spielt Deutschland – natürlich gegen Niederlande. Ist er Stürmer, Verteidiger oder Tormann? Das ist egal. Auf jeden Fall ist er am Ball – Barbarossa Er will auf sich und die Region aufmerksam machen. Es ist die Rede „vom Wunder vom Kyffhäuser“. Wieder entsteht am Fuße des Kyffhäusers, auf der Gemarkung Tilleda, ein Bodenbild. Die Realisierung liegt in den bewährten Händen des Landwirts Jürgen Niederhäuser. Es ist immerhin 33 Hektar groß und zeigt derzeit ein Fußballfeld. Das größte der Welt, wie Herbert Knischka, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Kyffhäuser – übrigens begeisterter aktiver Kicker – betont. Der Vergleich mit einem normalen Fußballfeld ist leicht gemacht. Denn es gibt nebenan ein solches, auf dem Mannschaften kicken können. Der Platz würde in den großen Bruder immerhin 30-mal passen.

Bestens zu bestaunen ist alles vom Kyffhäuser-Denkmal aus. Die 22 Spieler, Schiedsrichter und Linienrichter bestehen aus mehreren großen Strohballen und wurden auch eingekleidet. Klar da ist Deutschland am Ball. Der Gegner sind die Niederlande – eine Vorahnung der heutigen Auslosung der Gruppengegner Deutschlands?

 

Mit dem Frühlingserwachen  ändert sich das Bodenbild. Es wächst ein riesiger Ball, der im Mai gelb leuchtet. Die jetzigen Fußballspieler sind dann die Eckpunkte an den Nähten des Balls. Und wenn die Fußballweltmeisterschaft naht, wird die Gerste reif, der Grund des Bildes goldgelb, der Ball hingegen ein saftiges Grün. Dann kommt er, Barbarossa. Nach mehr als 800 Jahren schiebt sich sein Bart aus dem Berg heraus, leuchtend rot, bis hin zum Ball. „Nach dem einstigen Wunder von Bern, nun das Wunder vom Kyffhäuser“ schildert Knischka voller Begeisterung. Im Hochsommer kommenden Jahres, bevor der Bart wieder verschwindet, gibt es eine neue Szene. Der Ball wird violett. Ein besonderes Farbenspiel der Natur im Nachklang auf die WM. Zum Einsatz kamen Wintergerste, Raps, Mohn, Phacelia. Und da ist die Spannung, was die Natur noch so zaubert.

 

Man sollte mehrmals zum Denkmal kommen, mindestens viermal, um das Wunder vom Kyffhäuser in allen Grund-Etappen gesehen zu haben. Auch vom Flugzeug aus ist das Bodenbild erkennbar. Wem diese Perspektive nicht möglich sind, für die wurde ebenfalls ein Musterstück zum Bodenbild auf dem Vorplatz des Denkmals geschaffen. Zudem informieren Faltblätter, die kürzlich aus der Druckerei kamen, über  das Kunst-Feld zur Fußball WM. Bald auch in niederländischer Sprache. Und vielleicht gelingt es doch noch, dass solche  Legenden wie Beckenbauer oder Mans Meyer den Barbarossa kicken sehen wollen.

 

 

Thüringer Allgemeine 21. September 2005 von NN

Der Kyffhäuserwald ruft

6. Wandertag führt durch herrlich bunt gefärbte Landschaft

KYFFHÄUSER.
Der Tourismusverband Kyffhäuser (TVK) ruft alle Wanderfreunde am 24. September zum 6. Kyffhäuser Wandertag auf. Vier verschiedene Touren zwischen sechs und acht Kilometer Länge führen durch den herbstlichen Naturpark. Gemeinsames Ziel ist diesmal das benachbarte Tilleda (Sachsen-Anhalt). Wie in den Jahren zuvor erhält der TVK wieder Unterstürtzung vom Heimat- und Museumsverein, der die Führung der Wanderer vom Startpunkt in Bad Frankenhausen um 8.30 Uhr ab Stadtpark übernimmt. Der SSV Udersleben führt seine Teilnehmer aufgeteilt in die "sportlichen" und "gemütlichen" nach Tilleda. Start ist hier 8.30 Uhr an der Gemeindegaststätte.

Der Hainleite- Wanderclub startet von Kelbra, 8.30 Uhr ab Hotel "Kaiserhof". Und die am Kyffhäuser-Denkmal beginnende Wanderung startet 9 Uhr ab Buswendeschleife und wird durch TVK und Naturparkverwaltung begleitet. Bleiben noch die Radler, die ihre 32 Kilometer über Oldisleben, Heldrungen, Schönfeld, Kachstedt, Ichstedt bis Tilleda absolvieren. Startzeit für die Radler ist um 9.30 Uhr am Stadtpark. In Tilleda wartet dann auf alle Teilnehmer ein kleines Programm mit Führung durch die Königspfalz, Preisverleihung und viel mehr.

 

Thüringer Allgemeine vom 21. September 2005 Bericht von Ingolf Gläser

Eine zweite Chance

Burghof-Team vom Kyffhäuser bildet junge Leute aus / Die müssen mobil sein, um auf den Berg zu kommen

"Denkmalwirtschaft seit 1891" steht am Burghof Kyffhäuser. Seit Ostern 2004 gibt es hier weider eine Gaststätte. Und die bildet fast vom ersten Tag an Lehrlinge aus. Dafür wurde sie in der Aktion von TA und Industrie- und Handelskammer zum Ausbildungsbetrieb der Woche gekrönt.

Von Ingolf GLÄSER

KYFFHÄUSER.
"Er ist umhergewirbelt, machte Eisbecher, brachte Essen an die Tische oder räumte Geschirr ab. Lars, habe ich gesagt, wenn du den Tag überlebst, bist du richtig in diesem Job, bekommst ihn." Das sagte Catrinauerbach, Chefin des Burghofes am Kyffhäuser-Denkmal, zu Lars Barthold. Das war beim ersten Burghof-Singen, wo gut 1000 Leute kamen. Und wenige Tage später saßen beide zusammen und unterschrieben den Lehrvertrag. "Ich bin dankbar für die Chance, die Arbeit macht Spaß, und ich bin gern mit Leuten zusammen", meinte der 18-jährige Arterner. Und verschweigt nicht, dass es für ihn die zweite Chance ist. Er steigt wieder ein ins zweite Lehrjahr als Fachkraft im Gastgewerbe. Der vorherige Arbeitgeber hatte sich von dem Jugendlichen getrennt.

Mit dem Biergarten startete die Burghof Kyffhäuser Betreibergesellschaft mbH die Denkmalwirtschaft. Jahre lang stand das Objekt leer. Der Zahn der Zeit nage schon immer kräftig. Der Sanierungsbedarf war und ist groß, kostet Geld, Zeit und Nerven. "Dennoch, es war eine richitge Entscheidung, das Objekt zu ersteigern. Der Bedarf an Gastronomie ist ganz einfach da", blickte Catrin Auerbach zurück. Jetzt sind die Arbeiten im Restaurant fertig, nun geht es an die Außenanlage. Elf Leute gehören zum Restaurant-Team. Sie kommen aus allen Himmelsrichtungen, von Sonderhausen, Kannawurf, Kelbra... Lehrlinge gehören natürlich dazu. "Es ist ganz einfach wichitg, jungen Leuten eine Chance für den Beruf zu geben. Auch eine zweite Chance für den Beruf zu geben. Auch eine zweite. Es ist nicht so leicht, gleich beim ersten Mal den richtigen Job zu haben und dabei zu bleiben", betonte Catrin Auerbach, die selbst drei Kinder hat, gegenüber dieser Zeitung. "Doch die sache mit den Lehrlingen ist nicht so einfach, denn sie müssen mobil sein, auf den Berg kommen, im Sommer und im Winter. Da kann man nicht auf den Bus zählen", weiß dei Chefin. Und da haben 16-Jährige meist schlechte Karten. Geplant ist, Räume zu schaffen wo in Wohngeminschaften die jungen Leute leben können.

Die Küche im Burghof ist modern ausgestattet. Und seit hier die vielfältigsten Speisen zubereiten werden - ob für den einzelnen Gast, die Hochzeitsfeier oder Großveranstaltungen- ,gibt es auch wieder Lehrlinge am burghof. Jana Wilhlem aus Sondershausen ist im zweiten Lehrjahr zur Fachkraft im Gastgewerbe. Da muss man auch mal in die Küche. Neu im Lehrlingsteam sind noch Koch Pattrick Köppe aus Artern und demnächst Anita Buchmann aus Seehausen, Fachkraft im Gastgewerbe. sie kommt über den Firmenausbildungsverbund (FAV) zum Burghof. "Eine so gute Zusammenarbeit wie hier mit der Industrie- und Handelskammer sowie dem Arbeitsamt kannte ich bisher nicht", betonte Catrin Auerbach, die Jahre lang Geschäfte in Königs Wusterhausen hatte. Und keine Frage, das junge und wachsende Unternehmen Burghof Kyffhäuser, das von IHK und TA kürzlich zum Ausbildungsbetrieb der Woche im Kyffhäuserkreis gekürt wurde, denkt bei der Lehrlingsausbildung auch mit an die eigene Zukunft. "Die Chancen übernommen zu werden sind bei entsprechender Leistung sehr groß", betonte die Chefin.

 

Thüringer Allgemeine vom 05.09.2005, Bericht von Renate Rusche

Neue Chance

An manchen Tagen scheint es, dass Artern und Sondershausen doch noch zum Kyffhäuserkreis heranwachsen. Gestern war so ein Tag. Da sitzt mit Lothar Nolte ein Sondershäuser im Burghof auf dem Kyffhäuser und will die Idee der Sängertreffen wieder beleben. Er schreibt viele Chöre an und vor allem auch viele aus den Ex-Kreisen Artern und Sondershausen sagten ja, um gemeinsam das 1. Burghofsingen im Kyffhäuserkreis zu etwas ganz Besonderem zu machen. Es ist gelungen. Nur, was früher im und am Denkmal und auf den Denkmalterrassen stattfand, das gibt es ab sofort im Burghof. Die Chance haben die neuen Besitzer gut genutzt.

 

Thüringer Allgemeine vom 05.09.2005, Bericht von Renate Rusche

Burghofsingen bei Kaiserwetter

Tausende Gäste und Gesangsfreunde belebten gestern die Sängertradition am Kyffhäuser neu

Rund um die Burgen, Pfalzen und Schlösser in der Region hatten schon die Minnesänger gut zu tun. Als dann die Zeit der Ritter vorbei war, begann die Zeit der „Sängerchöre“, wie man sie damals nannte. Nach und nach entwickelten sich daraus die Männer- und Frauenchöre, Männergesangsvereine oder Heimatsänger. 13 von ihnen mit 400 Mitwirkenden boten gestern auf dem Kyffhäuser beim 1. Burghofsingen einen kleinen Teil ihres Könnens.

Mit viel Liebe zum Detail bemühten sich die Sängerinnen aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, ihrem zahlreichen erschienen Publikum wahre Hörgenüsse zu vermitteln. Das Wetter spielte toll mit, das Burghofteam hatte alles an Biertischgarnituren aufgeboten was möglich war und auch an die Gaumenfreuden war gedacht, was 20 Mitarbeiter der Großgaststätte in die Hand nahmen.

Rundum versorgt und vom Himmel mit strahlendem Sonnenschein bedacht, konnten sich die über 1000 Gäste des 1. Burghofsingens voll dem gebotenen musikalischen Leckerbissen widmen. Und die wurden vorgetragen vom Nordhäuser Männerchor, dem Frauenchor des Heimatvereins Heldrungen, dem Seniorenchor Oldisleben, der sich Verstärkung vom Heimatverein aus Kannawurf geholt hat, dem Männerchor Drübeck aus dem Harz, dem Frauenchor Berka, der Singgemeinschaft Blankenburg, dem Gemischten Chor Abtsbessingen, dem Albert-Fischer-Chor Sondershausen, dem Gemischten Chor Hasselfelde, dem Männergesangsverein Ottenhausen, dem Frankenhäuser Frauenchor, dem Männergesangsverein Badra und Konzertchor Nordhausen.

Wegen der Vielzahl der erschienen Chöre konnte jeder nur einen kleinen Ausschnitt seines Könnens zu Gehör bringen, so das durch die schnellen Wechsel und die Vielfalt der Nachmittag auf dem Kyffhäuser schneller verflog als es manchen lieb war. Noch mit dem „Unstrutwalzer“ oder dem „Kyffhäusermarsch“ im Ohr, ließen es sich zahlreiche Gäste deshalb nicht nehmen, das 1. Burghofsingen bis zum späten Abend in gemütlicher Runde noch nachklingen zu lassen.
Die Veranstalter konnten also rundum zufrieden sein und merkten sich so kleine Mängel wie die fehlenden Chormikrophone für das 2. Burghofsingen 2006 vor. Man hatte zwar die Akustik zuvor ausprobiert, doch wenn hunderte Gäste im Biergarten zuhören, bleiben so manche Töne der klassischen und volksmusikalischen Darbietung trotz aller Vorsicht und Klangfülle auf der Strecke.

Damit haben wir’s schon verraten: Es wird eine Fortsetzung des Burghofsingens geben. Zumindest wenn es nach Helga und Lothar Nolte vom Albert-Fischer-Chor in Sondershausen geht. Sie waren es nämlich, die an einem trüben Novembertag 2004, als sich just die Sonne durch den Nebel kämpfte und den Burghof überflutete, die Idee hatten, das bis zur Wende traditionell regelmäßig stattfindende Sängertreffen auf dem Kyffhäuser wieder mit leben zu erfüllen. Bei ihren Chormitgliedern fanden sie sofort Unterstützung. Und so ging Lothar Nolte als Vizepräsident des Thüringer Sängerbundes sofort daran, sich im Hainleite Sängerkreis weitere Helfer zu suchen und die Sängerkreise in Thüringen, dem Nordostharz, Südharz, Nordhausen und Sondershausen anzuschreiben.

Die Resonanz war überwältigend. Nur die Frankenhäuser Heimatsänger und der Männergesangsverein Berka  mussten diesmal krankheitsbedingt absagen. Doch an alle Mitstreiter und alle weiteren interessierten Chöre erging gestern bereits die Einladung für 2006. Eine bessere Werbung für den Kreis, den Kyffhäuser, den Chorgesang und den Burghof konnten die Sängerinnen gestern gar nicht machen. Damit das auch alle verstanden, dafür sorgte Jürgen Meyer vom Albert-Fischer-Chor mit seinem Wissen. Seit 40 Jahren moderiert er gekonnt Chortreffen, was er auch gestern zur Zufriedenheit aller tat.

 

Thüringer Allgemeine vom 02.09.2005, Bericht von Renate Rusche

Wald wird nicht mehr gegossen

Freistaat gibt fast eine halbe Million für die Sanierung der Wasserleitung von 1928 im Kyffhäuser

Acht bis zehn Wasserrohrbrüche pro Jahr musste der Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserzweckverband (KAT) quer durch den Kyffhäuserwald aufspüren und reparieren. Die Leitung von 1928 war löchrig wie ein Käse. Das ändert sich.

KYFFHÄUSER.
Regelrecht gerührt dankte gestern der KAT-Werkleiter Hans Conrad dem Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) für den überbrachten Fördermittelbescheid über 447 305 Euro. Damit bezahlt der Freistaat 80 Prozent der mit 560 000 Euro veranschlagten Sanierung der Trinkwasserversorgung samt Elektrik, Pumpen und Speicher zur Sicherung der touristischen Infrastruktur am Berg. Landrat Peter Hengstermann (CDU) lobte Reinholz als zuverlässigen Partner, der erneut gehalten habe, was er versprach. Denn auch schon den neuen Hauptweg, das Informationszentrum und den Imbiss hat Freistaat großzügig gefördert. Mit der Sicherung der Steilwand hinter der Großgaststätte Burghof soll es 2006 voran gehen. Reinholz war sichtlich stolz auf sein Mitbringsel und meinte: "Das Geld ist hier in Nordthüringen gut angelegt.

Ich bin selbst immer wieder erstaunt, wie es uns gelingt, in Zeiten knapper Kassen doch noch Mittel locker zu machen. Bauen sie es schnell ein."
Das ließ sich Hans Conrad nicht zweimal sagen. "Die Projekte sind fertig, nächste Woche beginnt die Ausschreibung und Baufirmen haben wir auch schon vororientiert. Denn die Auftragsbücher sind voll. Das wird ein Problem. Doch wir wollen so schnell wie möglich ans Werk gehen, damit wir nicht länger den Wald gießen müssen. Auch wenn es eine schwere Sache wird. Früher haben die Jungs nämlich alles mit der Hand ausgeschachtet.

 

Thüringer Allgemeine vom 01.09.2005 von NN

Burghofsingen am Kyffhäuser

BAD FRANKENHAUSEN

Zum ersten Burghofsingen treffen sich am 4. September ab 14 Uhr 15 Chöre auf dem Kyffhäuser. Chöre aus den Kreisen Nordhausen, Sangerhausen und aus dem Kyffhäuserkreis freuen sich darauf, mit einem reichhaltigen Programm zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen. Sicherlich wird auch die Moderation von Sangesfreund Jürgen Meyer, die meist selbst schon einen Besuch lohnt, wieder dafür sorgen, das dass vom Hainleite-Sängerkreis ins Leben gerufene Treffen zum Erfolg wird. Interessierte und Freunde des Chorgesanges sind herzlich eingeladen.

 

Thüringer Allgemeine vom 25.08.2005, Bericht von Heiko Kolbe und Renate Rusche

Pilgern auf den Berg lohnt

Kyffhäuser erwartet als eines der meistbesuchten Denkmals Deutschlands den 20-Millionsten Besucher

Auf ein ganz besonderes Ereignis bereitet sich derzeit der Kyffhäuserkreis als Eingentümer und der TKV (Tourismusverband Kyffhäuser) als Betreiber der Kyffhäuser-Denkmals vor. Noch in diesem Jahr erwarten beide den 20-Millionsten Besucher am Denkmal.

KYFFHÄUSER (hk/rr).
Im Oktober soll es soweit sein. Dann sind seit der Einweihung des Staufer-Denkmals 1896 stolze 20 Millionen zahlende Gäste aus aller Welt zum Wahrzeichen des Kreises gepilgert. Damit avanciert der Kyffhäuser samt Kaiser Rotbart und Kaiser Wilhelm zu einem der meistbesuchten Denkmäler Deutschlands. Denn im Durchschnitt brachte es das Wahrzeichen des Kreises auf stolze 182 000 Besucher pro Jahr. Nimmt man den Stichtag 21. August 2005, fehlen noch 39 227 bis zum "Jubiläumsbesucher".

Da versteht es sich von selbst, das dieses Ereignis ordentlich vorbereitet werden muss und auch attraktive Preise locken. "Thüringer Allgemeine" wird in den nächsten Wochen gemeinsam mit dem TVK das Näherrücken des 20-Millionsten Besuchers begleiten. denn nicht nur der Jubiläumsbesucher soll einen attraktiven Preis erhalten, die vorbereiteten Überraschungen sind vielfältiger Natur. So wird zum Beispiel am 1. September ein Jubiläums-Gewinnspiel starten, an dem sich jeder, der ab dem Zeitpunkt eine Eintrittskarte zum Denkmal gelöst hat, beteiligen kann.

Bereits am 18. Juni 1896 wurde durch Kaiser Wilhelm II. das Denkmal auf dem Kyffhäuser, das zu Ehren seines Großvaters und Reichseinigers Wilhelm I. errichtet wurde, offiziell eingeweiht. Womit deutlich wird, dass es auch im kommenden Jahr wieder ein Jubiläum im Kyffhäusergebirge gibt. Schon während der Bauphase des Denkmals kamen Besucher aus nah und fern auf den Kyffhäuser-Berg, obwohl die Anreise noch recht beschwerlich war und das letzte Stück meist zu Fuß zurück gelegt werden musste. Wohl auch deshalb hatten die Pioniere des Kyffhäuser-Tourismus schon frühzeitig einen Sinn für das leibliche Wohl der Besucher entwickelt. Bereits im Jahr 1891 wurde die so genannte Sommerwirtschaft, der Vorgänger des heutigen "Burghofs", betrieben.

Mit der offiziellen Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals begannen auch die Besucherzählungen. Dank eines bestens organisierten Kriegervereins-Tourismus konnten bereits 1897 stolze 51 000 Kameraden der später in "Kyffhäuser-Bund" umbenannten Kriegervereine zu "ihrem" Denkmal pilgern. Um auch weniger betuchten Vereinsmitgliedern einen Besuch des Denkmals zu ermöglichen, wurden eigens für diesen Zweck entsprechende Reisekassen eingerichtet.

Die Anziehungskraft des imposanten Denkmals stieg von Jahr zu Jahr. Und mit den besser werdenden Verkehrsanbindungen, so zum Beispiel mit der 1898 fertiggestellten Kyffhäuserbahn, stiegen auch die Besucherzahlen. So kamen Anfang des 20. Jahrhunderts im Durchschnitt bereits 80 000 zahlende Besucher pro Jahr. In den Kriegsjahren des I. und II. Weltkrieges sowie in den 20-er Jahren der Weltwirtschaftskrise sank die Besucherzahlen vorübergehend auf 60 000 bzw. 50 000. Doch dafür gab es in den 30-er Jahren dann erstmals einen reglerechten Boom. Der langjährige Denkmalswart Horn konnte sich 1937 über 256 200 zahlende Gäste freuen.

Eine Zahl, die nur noch zu DDR-Zeiten getoppt wurde und über die man heute glücklich wäre. Interessant ist übrigens auch die Eintrittspreisgestaltung unserer Vorfahren. Neben einer 50-Pfennig-Karte für das Denkmal selbst, musste man für das Museum und einen Besuch der Unterburg jeweils extra noch einmal 20 Pfennig berappen. Sogar den Blick in den Burgbrunnen konnte man seinerzeit nur für 10 Pfennig extra haben. Eine Preisgestaltung, die den Verantwortlichen des Tourismusverbandes sicher gefiele, wenn sie denn zu heutigen Bedingungen durchsetzbar wäre.
Fortsetzung garantiert.

 

Thüringer Allgemeine vom 24.08.2005, Bericht von Ingolf Gläser

Moldauwellen am Kyffhäuser

"Flames of Classic" verzauberte über 1000 Konzert-Besucher / Und die hatten auch das Wetter auf ihrer Seite

Michael Wagnener ist begeistert. Immer wieder. "Was für eine super Kulisse", schwärmt der Konzertveranstalter aus Magdeburg. Mit "Flames of Classic" gab es am Samstagabend am Kyffhäuser-Denkmal ein Event das 1300 Leute anlockte.

Immer wieder die Blicke zum himmel. Regen war angesagt. Nicht gerade der leibste Begleiter bei einer Open-Air-Veranstaltung. Die Bühne war fürs große Orchester überdacht und auch für die Besucher gab es für einen Euro Ponchos in ausreichender Stückzahl.Das Angebot wurde auch genutzt, zumal aufgespannte Regenschirme die Sicht verdeckt hätten. "Wenns regnen sollte, müssten wir am Programm leicht was ändern", meinte Michael Wagenervon Luxevents. Die Leute von Laserperformance aus Berlin hätten nichts dagegen gehabt, wenn ein paar Tropfen gefallen wären. "Da gibt es besondere Effekte", freut sich Jan Kempin und versprach eine Laser-Technik, die mit der Kulisse harmoniert. Petrus war auf der Seite der rund 1300 Konzertbesucher, die aus nah, und fern zu Barbarossa kamen, um sich verzaubern zu lassen von Musik, Laser, Licht und Feuer. Das Orchester der Staatsoper Posen spielte unter der Leitung Eraldo Salmieri, der seine Ausbildung am Berühmten Konservatorium "Guiseppe Verdi" in Mailand absolvierte und 2005 mit "Flames of Classic" auf Deutschland-Tournee ist.

Wenn auch mit Verpätung, weil es noch zu hell war und die Lichteffekte nicht ausreichend zur Geltung gekommen wären. Das Orchester startete mit Bizets "Carmen". Und da bekam das Publikum schon einen ersten Eindruck vom Können des Orchesters und dem, was mit Licht und Laser farblich schön möglich ist. Bei Bartholdys "Hochzeitsmarsch" flogen bunte Noten von der Bühne. Doch sollte das alles sein, was die Veranstaltung zu bieten hat? Schmunzeln beim Publikum, als bei Brahms "Ungarische Tänze" plötzlich die Alarmanlage eines Autos ertönte.

Ein schönes Bild, wie die Farben der Bögen am Fuße des Denkmals wechselten.Und dann Smetanas "Moldau". Was für ein Klangerlebnis. Und dazu zauberten die Techniker Wellen - Direkt über den Köpfen des Publikums. Eine super Show, die sich nun steigerte. Es erklangen bekannte Werke, so zum Beispiel Kosakows "Hummelflug", Tschaikowskis "Blumenwalzer, Verdis "Triumpfmarsch" und der "Radedetzkymarsch" von Strauss.

Das war so recht nach dem Geschmack des Publikums, das aus drei Generationen bestand. Und auch die Feuerwerker von Pyrotechnik Koch aus Nordhausen kamen zum Einsatz und zeigten zur Musik bestens passende Effekte. Auch das kann passieren, ein Goldrefen explosierte in sich und hinterließ für Sekunden eine große Nebelwand. Anders als am Vorabend im Weimarer Stadtschloss waren am Kyffhäuser die Feuerwerkeffekte direkt im Programm möglich. Auch das abschließende Höhenfeuerwerk wurde nicht in der Ferne gezündet. Schön war auch, das der gut aufgelegte Dirigent Eraldo Salmieri wohl auch mit Blick aufs Wetter keine Pause zuließ und das Publikum nicht aus der Welt des Zaubers riss. Das erklatschte sich am Ende Zugaben.Für die Imbiss-Versorgung zeichnete das Team vom Burghof verantwortlich.


Der Verantsaltungsort Kyffhäuser-Denkmal empfahl sich nach dem Konzert in diesem Jahr von den Rockern "Jethro Tull" und Nena als bestens geeignet für klassische Musik-Genüsse - und einer Show aus Licht und Feuer.

 

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