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| Thüringer Allgemeine vom 26. Oktober 2006 von Grit POMMER |
| Über den Wipfeln Burghof am Kyffhäuser ist ein Lehrbetrieb in exponierter Lage und bildet am liebsten Volljährige aus Seit Ostern 2004 kann man im „Burghof“ am Kyffhäuser wieder einkehren. Die Ausbildung von Lehrlingen ist für das junge Gastro-Unternehmen selbstverständlich. Bei der gemeinsamen Aktion von Industrie- und Handelskammer und TA wurde es jetzt erneut zum „Ausbildungsbetrieb der Woche“. KYFFHÄUSER. Die Lage lst exklusiv - oben auf dem Berg, mitten im Wald, mit Blick auf die rauschenden Wipfel kann man in der Denkmalwirtschaft „Burghof“ am Kyffhäuser speisen. Doch die schöne Lage hat auch ihren Preis: Wer hierher will, muss zehn Kilometer den Berg hinaufkurven. Der Gast nur ab und an, die Angestellten aber Tag für Tag. Und das versetzt den „Burghof“ bei der Lehrlingsausbildung in eine besondere Lage. „Wer hier anfängt, sollte am besten schon 18 sein und mit dem Auto kommen können“, so die Geschäftsführerin, Catrin Auerbach. Zwar gibt es an der Denkmalwirtschaft noch keinen Hotelbetrieb, liegt der Arbeitsschluss mit 18 bis 19 Uhr für die Gastronomie relativ früh. Per Bus ist das Pendeln trotzdem nicht zu schaffen. Und egal, was die Muttis oder Opas auch versprechen tagtäglich auch bei widrigstem Wetter zweimal den Berg rauf und runter, um jemanden zu bringen und abzuholen, das hält keiner durch. Der „Burghof“ ist deshalb die große Chance für Lehrlinge, bei denen ab 16 nicht gleich alles glatt lief. Zum Beispiel, weil ein Baby kam. „Der Vorteil ist, dass die jungen Leute mit 18 dann schon eher wissen, was sie wirklich wollen“, sagt Catrin Auerbach. Gegenwärtig lernen im „Burghof“ zwei angehende Köche. Zudem hat sich Jana Wilhelm nach ihrem Abschluss. als Fachkraft im Gastgewerbe dazu entschlossen, noch ein drittes Lehrjahr dranzuhängen und Restaurantfachfrau zu werden. Lehrstellenbewerbern wird von Anfang an reiner Wein eingeschenkt. „In der Gastronomie muss man immer dann arbeiten, wenn die anderen freihaben - jedes Wochenende, jeden Feiertag. Und das ein Leben lang“, erklärt die Chefin den jungen Leuten. Wem das nicht schreckt, den lädt sie mehrmals zum Probearbeiten ein - immer dann, wenn es rappelvoll und so richtig stressig ist. Wer diesen Härtetest überlebt, der bleibt. Gegenwärtig ist für den „Burghof“ schon Nachsaison. Wirbeln hier in Hochzeiten 16 Leute, sind es derzeit nur noch acht. Bei den Großveranstaltungen wird es aber trotzdem so richtig voll. Der nächste Oldie-Abend steigt am Samstag, im November ist eine Verkostung von Weinen aus Steinthalebens Partnergemeinde Flein geplant. Und die Silvesterparty 2006 ist schon seit Januar ausgebucht. |
| Thüringer Allgemeine vom 21. Oktober 2006 von NN |
| Eine Million für einen sicheren Berg Kreis vergibt Arbeiten zur Böschungssicherung am Steinbruch unterhalb des Kyffhäuserdenkmals gegen Felsabbruch und Steinschlag Durch die Fortschreitende Verwitterung und Entfestigung des Steinbruches hinter der Denkmalwirtschaft ,,Burghof“ müssen umfangreiche Sicherungsarbeiten zum Schutz der baulichen Anlagen ringsherum durchgeführt werden. Zwischen 2006 und 2008 vergibt der Kyffhäuserkreis als Grundstückseigentümer hierfür zahlreiche aktive und passive Sicherungsarbeiten. KYFFHÄUSERKEIS (vr). Auf dem Grat der mit 300 Meter Höhenunterschied steil zur Goldenen Aue hin abfallenden Nordflanke des Kyffhäusergebirges befinden sich die Ruinen der mittelalterlichen Reichsburg Kyffhausen - bestehend aus Ober-, Mittel- und Unterburg - sowie das in den Jahren 1890 bis 1896 errichtete Kyffhäuserdenkmal zu Ehren von Wilhelm den 1., Kaiser des Deutschen Reiches und König von Preußen. Das Baumaterial sowohl für die mittelalterliche Burg als auch für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde aus dem an der Südflanke des Burgberges, unmittelbar unterhalb von Burg und Denkmal, gelegenem Steinbruch gebrochen. Der seit Ende der Bauarbeiten im Jahre 1896 auflässige Steinbruch wurde als keilförmiger Einschnitt auf einem Niveau von 400 Meter NN (Normalnull) angelegt. Er hat in Ost-West-Richtung eine maximale Erstreckung von 300 Meter und die Böschungshöhen betragen 20 bis 40 Meter. Insgesamt wurden aus dem Steinbruch etwa 150 000 Meter Naturstein gebrochen, wovon 25 000 Meter als Werkstein für den Bau des Denkmals benötigt wurden. Zur Versorgung der Bauleute des Kaiser-Wilhelm-Denkmals wurde im Steinbruch direkt unterhalb der Baustelle der Burghof errichtet. Schon ein Jahr später war der erste Wirt im Burghof und verwöhnte all die Neugierigen, die die Großbaustelle rund um die Uhr in Augenschein nehmen wollten. Wegen des ständig wachsenden Besucherstromes wurde in fast jedem Jahr, immer entlang des Steinbruchs, weiter angebaut. Der aus mehreren zusammenhängenden Abschnitten bestehende Gebäudekomplex der heutigen Denkmalwirtschaft Burghof hat inzwischen eine Gesamtlänge von 120 Meter und wurde teilweise unmittelbar an der Felsböschung errichtet. Der ehemalige Hotel- und Gaststättenkomplex füllt die westliche Hälfte des ehemaligen Steinbruchs aus, während in der östlichen Hälfte lediglich Garagen und Parkplätze errichtet wurden. Der Steinbruch wurde nach heutigen Maßstäben in einem ungesicherten Zustand hinterlassen. Die Felsböschung steht zumeist sehr steil, teilweise sogar überhängend, so dass es immer wieder zu Steinfällen oder Felsstürzen kommt. Der letzte größere Abbruch ereignete sich 1992 mit einem Volumen von 50 bis 70 Meter Gestein. Als beliebtes Fotomotiv hat sich der Sandsteinbrocken auf den Garagen erwiesen, der sich bereits in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aus der Felswand löste und auf diese schlug. Der Kyffhäuserkreis ist Eigentümer der Grundstücke von Denkmal und. Steinbruch. Er ist damit in der Pflicht, angrenzende Grundstücke vor Gefährdungen zu schützen, die von seinen Liegenschaften ausgehen können. In diesem Fall heißt das ganz konkret, dass die Gebäude, die Außenanlagen, die Beschäftigten und natürlich die Gäste der Denkmalwirtschaft „Burghof“ vor Gefährdungen, die jederzeit von der Steinbruchböschung ausgehen können geschützt werden müssen in Frage kommen dabei besonders Gefährdungsarten wie Felssturz von Böschungspartien, die durch Verwitterung ausgelöst werden sowie Steinschlag von Einzelsteinen aus der Böschung. Für beide Versagensmechanismen sind dauerhaft wirksame Sicherungsmittel erarbeitet worden. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf den Aspekt zu legen, dass die Steinbruchböschung die dominante Ansichtsfläche des Kyffhäusers und Burgberges für anreisende Besucher ist. Die Aussicht vom unteren Parkplatz und vom Hotel aus sollte also möglichst nicht beeinträchtigt oder verschandelt werden. Die anzuwendenden Sicherungstechniken wurden also auch unter optischen Gesichtspunkten so ausgewählt, dass die touristische Attraktivitat des Kyffhäusers durch die Arbeiten zu und nicht abnimmt. Gleichfalls wurden die für das Landschaftsschutzgebiet Naturpark Kyffhäuser geltenden Auflagen berücksichtigt. Das Landratsamt des Kreises in Sondershausen beauftragte laut Landrat Peter Hengstermann (CDU) das Technische Büro der Schachtbau Nordhausen GmbH mit der Planung und Entwicklung eines schlüssigen Sicherungskonzeptes, das allen geforderten Ansprüchen an Sicherheit, Denkmalschutz und Landschaftspflege gerecht wird. Der Steinbruch wurde in vier Abschnitte von West nach Ost eingeteilt. Die Abschnitte eins bis drei befinden sich direkt hinter dem Hotel und der Abschnitt vier liegt zwischen, Parkplatz und Denkmal. In den ersten drei Abschnitten werden zunächst vorwiegend aktive Sicherungselemente - wie Daueranker mit Netzverzug sowie farblich angepasster Spritzbeton zur Schließung von Felsspalten und Klüften - eingebaut. Im Abschnitt vier hin gen wird eine passive Sicherung vorgenommen. Diese passive Sicherung umfasst einen 2,5 Meter mal zwei Meter starken Fangedamm auf dem Garagenkomplex, um auch dem Aufprall stärkerer Gesteinsbrocken widerstehen zu können. Eine Gefährdung von Autos der Besucher auf dem Parkplatz ist dadurch auszuschließen. Zur Verbesserung der Ansicht wird vor den Garagen eine Stirnwand aus Stahlbeton errichtet, die anschließend mit einem gegliederten Verblendmauerwerk versehen wird. Der Boschungsbereich oberhalb des Steinbruches wurde Anfang dieses Jahres bereits von Bewuchs befreit und wird im Zuge dieses Programmes ebenfalls in die Sicherung mit einbezogen. Zur Anwendung kommt dabei ein Geotextil, das einen späteren Bewuchs mit Büschen und Bäumen wieder ermöglicht und innerhalb kürzester Zeit wieder aus dem Blickfeld verschwunden sein wird. Die bereits vorhandenen Steinschlagschutzzäune oberhalb des Steinbruches werden ersetzt, in der Lage besser an die Topographie angepasst und über die gesamte Breite des Steinbruches aufgebaut. Für die gesamte Baumaßnahme wurden seitens der zuständigen Behörden 950 000 Euro Netto veranschlagt, die über die geplanten Jahresscheiben zur Verfügung gestellt werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2008 hat der Kyffhäuserkreis als Grundstückseigentümer dann einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Denkmalwirtschaft Burghof und seiner Gäste geleistet. Die durchgeführten Bauarbeiten schaffen gleichzeitig bessere Bedingungen für einen barrierefreien Zugang mittels Stollen und Schacht zum Denkmal, um auch älteren und gehbehinderten Menschen den Zugang zu diesem geschichtsträchtigen Ort zu ermöglichen. |
| Thüringer Allgemeine vom 06. September 2006 von NN |
| Ein Füllhorn der Lieder 2. Burghofsingen auf dem Kyffhäuser setzt die 2005 aufgelebte Tradition erfolgreich fort und verspricht 2007 eine Neuauflage Über 500 Sängerinnen, Sänger und Musikliebhaber aus mehreren Bundesländern kamen zum 2. Burghofsingen am Sonntag auf den Kyffhäuser. Das vierstündige Festkonzert anlässlich der Tradition des Burghofsingens mit Chören der Region Nordthüringen/Südharz, Chören des Hainleite-Sängerkreises, Chören aus dem Südharzer Sängerkreis, dem Sängerkreis Nord/Ostharz und dem Sängerkreis Nordhausen ließ kaum Wünsche übrig. KYFFHÄUSER (rr.) Als Sonntagnachmittag der 1.Vorsitzende des Hainleite-Sängerkreises und Vizepräsident des Thüringer Sängerbundes, Lothar Nolte, das 2. Burghofsingen eröffnete, war der Himmel bereits wolkenverhangen. Und so hatte man gut daran getan, das festliche Chorkonzert in den großen Saal der Denkmalwirtschaft Burghof zu verlegen. Das Burghofteam sorgte mit Deftigem, Süßem und natürlich geistigen Getränken für beste Versorgung, so dass sich die gut 500 Besucher und Mitwirkenden ganz dem musikalischen Genuss hingeben konnten. Das taten sie vier Stunden lang ausgiebig, wobei auch mit Beifall nicht gegeizt wurde. Jürgen Meyer, Programmsprecher des Albert-Fischer-Chores Sondershausen, führte in bewährter und auflockernder Weise durch das Programm und begrüßte die Teilnehmer des 2. Burghofsingens zunächst mit den folgenden Reimen: „In Auerbachs Keller in Leipzig in Sachsen, wo heute auch noch schone Mädchen wachsen, da zechten die lustigen Gesell‘n jede Nacht, doch haben sie keinen Gesang vollbracht. Weh mir, ich bin verloren! Baurnwolle her! Der Kerl sprengt mir die Ohren. Wenn das Gewölbe widerschallt, fühlt man erst recht des Basses Grundgewalt. Die Kehlen sind gestimmt. Doch hier aüf Gaby Heider‘s und Catrin Aucherbach‘s Höhn auf dem Kyffhäuser, das musst du sehn, fröhliche Menschen von nah und fern, so kamt ihr auch dieses Jahr wohl gern. Das Füllhorn der Lieder schütten wir über euch aus, und wenn‘s gefällt, gebt reichlich Applaus. Wir feiern ein Fest der Freude, wir feiern ein Fest der Lieder und bewahren uns unser wichtiges Gut und schöpfen neuen Mut, indem wir sie singen.“ Die Zuschauer und Chormitglieder kamen der Aufforderung zum Beifall gern nach und ließen sich das ein um das andere Mal von den Texten und Melodien zum Mitsingen und Mitschunkeln verleiten. Das war nicht nur bei dem gemischten Chor aus Hasselfelde unter Leitung von Olga Vogel so, der mit seinem schmissigen „Ein Jäger aus Kurpfalz“ von Beginn an für die rechte Stimmung sorgte. Der Männergesangverein Berka/Jecha trat in gemischter Variante auf, weil man durch Krankheitsfälle etwas personell geschwächt war. Der vorgetragenen „Sturmbeschwörung“ tat das aber keinen Abbruch. Uberhaupt wurde ein „Füllhorn von Liedern“ über den Gästen ausgeschüttet, die allesamt eine Empfehlung an die eigene Heimat und die jeweiligen Besonderheiten waren. So begeisterten die Frankenhäuser Heirnatsänger zum Beispiel mit „An der Saale hellem Strande“ und schwärmten die Mitglieder des Seniorenchores Oldisleben, die durch die Mitglieder des Heimatchores Kannawurf verstärkt wurden, vom „Freiburger Wein“ und dem „Kanimerforst“. Der Männerchor „Harmonie“ aus Badra schmetterte den „Bajazzo“ und der Frauenchor aus Clingen besang nicht nur „Oh Täler weit, oh Höhen". Der Frankenhäuser Frauenchor durfte als Gastgeber das 2. Burghofsingen eröffnen, worüber wir bereits berichtet haben. Vervollständigt wurde der musikalische Nachmittag durch die Darbietungen des Volkschores Uthleben, des Frauenchores Berka, des Albert-Fischer-Chores Sondershausen, des Männergesangvereins Hainrode, des Gesangvereins Abtsbessingen, des Konzertchores Nordhausen und des Frauenchores Heldrungen, die zum Schluss den Titel „Muss i denn?“ auf die Bühne brachten. Jeder Chor erhielt, als Erinnerung an das Traditionssingen auf dein Burghof eine Urkunde samt Programrnheft.
Chef Organisator Lothar Nolte hat den Ehrgeiz, das Programm in jedem Jähr mit neuen Chören zu ergänzen, wobei die Anzahl der auftretenden Klangkörper auf 15 begrenzt bleiben soll. Nachstes Jahr könnte es eine musikalische Uberraschung geben. HerrNolte ist auf ein Singspiel von Heinrich Marschner aus dem Jahr 1822 gestoßen, das den Titel „Der Kyffhäuserberg“ trägt. Dieses Musikstück soll nun ausführlich erforscht und 2007 vielleicht als überarbeitetes Musical beim 3. Burghof singen uraufgeführt werden. |
| Thüringer Allgemeine vom 05. September 2006 von Renate RUSCHE |
| Ein Haus voller Sänger und Musik Zweites Burghofsingen bot bei "Grafenwetter" einen tollen Querschnitt durch das europäische Liedgut Das Kaiserwetter vom vergangenen Jahr konnten die Organisatoren des 2. Burghofsingens dieses Jahr nicht organisieren. Dafür aber einen musikalischen Nachmittag mit 15 Chören, der bei den über 500 Zuhörern kaum Wünsche offen ließ. KYFFHÄUSER. Es war wie so oft in diesem Jahr, der Sommer machte ausgerechnet am Sonntagnachmittag wieder einmal Pause. Doch das störte weder Sänger noch Gäste des 2. Burghofsingens auf dem Kyffhäuser. Der große Saal bot ja schon allein Platz für über 500 Zuhörer. Im Wappensaal und dem Jagdzimmer konnten zudem Wanderer und Kyffhäuser-Touristen bei brillant vorgetragenem deutschen und europäischem Liedgut bestens speisen oder hausgemachten Kuchen bei einer Tasse Kaffee genießen. Das Burghofteam gab sich jedenfalls alle Mühe, keinen Gast unverrichteter Dinge wieder ziehen zu lassen. Alles andere übernahmen die Organisatoren des 2. Burghofsingens: Lothar Nolte, Vorsitzender des „Hainleite-Sängerkreises“ Sondershausen, Ingrid Köhler, Vize-Bundeschorleiterin des Thüringer Sängerbundes und Jürgen Meyer, Programmsprecher des Albert-Fischer-Chores Sondershausen, der durchs Programm führte. Mit dem 1. Burghofsingen im vergangenen Jahr, an dem auf Anhieb über 12 Chöre teilnahmen, ließen vor allem diese drei Sangesfreunde die schöne Tradition in der Kyffhäuserregion wieder aufleben. Denn schon seit Jahrhunderten trafen sich in diesem geschichtsträchtigen Gebirge Gesangsvereine aus nah und fern zu geselligem Singen. Dem Wunsch nach gemeinsamen Erlebnissen entsprechend, gründete Friedrich von Sydow mit der Sondershäuser Liedertafel sowie den Gesangsvereinen von Artern, Frankenhausen, Kelbra, Heringen, Kindelbrück und Nordhausen, am 8. Juni 1843 auf der Rothenburg im Kyffhäuserwald die erste Sängervereinigung auf damals noch schwarzburgischem Gebiet, den „Rothenburger Sängerverein.“ Heute kommen die Chöre des Burghofsingens natürlich aus der Kyffhäuserregion mit dem Hainleite-Sängerkreis, aber auch aus dem Südharz mit Nordhausen und dem Chorverband Sachsen-Anhalt mit Sangerhausen. Nächstes Jahr will Lothar Nolte, auch noch einige Chöre aus dem Kreis Eichsfeld für das Burghofsingen gewinnen, das ab sofort die Tradition des Friedrich von Sydow fortführt. Sonntagnachmittag durfte der Frankenhäuser Frauenchor unter Leittmg von Margarete Wisotzky als Gastgeber das zweite Burghofsingen eröffnen. Und wie konnte das besser geschehen als mit dem Lied: „Wir feiern ein Fest der Freude.“ |
| Thüringer Allgemeine vom 02. September 2006 von NN |
| 600 000 Gäste in einem Jahr Abiturienten erforschten Geheimnisse rund um den Kyffhäuser und erzählen im Jahr des 110-jährigen des Denkmals interessantes (3) In Seminarfacharbeiten erforschen Schüler des Kyffhäuser-Gymnasiums die Geschichte des Burghofes, der mit dem Bau des Kyffhäuserdenkmals ab 1890 einen Aufschwung erlebte. Bis 1918 waren Anna Franke, Pierre Franke, Toni Schaadt, Ronny Feye und Sebastian Axthelm.zuständig. Die Ereignisse von 1918 bis 1945 erforschen zurzeit Sandra Riesen, Susann Kreyer und Juliane Worgt. KYFFHAUSERKREJS (js). Im Jahr 1905 wurde im Westen des Obergeschosses der heutigen Denkmalwirtschaft Burghof der Kaisersaal fertig. Drei Fensterbjlder an der Nordseite stellten in der Mitte Wilhelm 1. dar, daneben sein nur 99 Tage regierender Sohn Friedrich III. und dessen Nachfolger, Wilheim II. An der Decke waren Bilder aller Kaiser ab Karl dem Großen, an den Wänden Bilder der Protektoren der Landes-Kriegerverbände. Hier fanden die jährlich im September abgehaltenen Versammlungen des Kyffhäuserbundes statt. Der Saal galt als eine der Sehenswürdigkeiten der Wirtschaft. Um den ständig steigenden Besucherzahlen Herr zu werden und auch im Winter Ubernachtungsmöglichkeiten anbieten zu können, wurde 1906/!07 über den Pferdeställen westlich der Gastwirtschaft die so genannte Winterwirtschaft gebaut. Damit waren große Baumaßnahmen abgeschlossen. Uber mangelnden Besuch mussten sich weder Sommer- noch Winterwjrtschaft beklagen. An schönen Tagen zu Pfingsten kamen bis zu 18 000 Besucher auf den Berg. So wurde die Pacht immer wieder erhöht, die Kosten der Baumaßnahmen waren bald abgezahlt. Unter denen, die zum Kyffhäuser und in den Burghof kamen, waren auch gekrönte Häupter: Am 17. Juni 1904 Königin Therese von Norwegen und Schweden mit der Herzogin Antoinette von Anhalt und Fürstin Marie von Schwarzburg-Sondershausen. Schon am 23. Juni 1898 waren der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, und Prinz Adalbert im Burghof zu Gast. Max Perlberg wurde am 1. Mai 1910 neuer Pächter von Sommer- und Winterwirtschaft. Doch schon ab dem 27. September 1911 war Gustav Schalk Pächter. Wahrscheinlich waren es finanzielle Probleme, die den schnellen Wechsel nötig machten. Schalk blieb Pächter bis 1937 und prägte entscheidend den guten Ruf des Hauses. Seit dem 20. November 1911 trägt die Gaststätte offiziell den Namen „Burghof zum Kyffhäuser - Denkmalhotel und Wirtschaft auf dem Kyffliäuser“. Mit dem Ende von Kaiserreich und Weltkrieg sowie Ausrufung der Republik änderte sich die Rolle des Denkrnals. Die Bedeutung der Kriegervereine war weiter groß, doch ging ihr Einfluss auf die aktuelle Politik zurück. Der Kaiser als großer Gönner war in den Niederlanden im Exil, die Herrschaftgekrönter Häupter in Deutschland beendet. Hindenburg, der Held von Tannenberg, wurde im September 1919 neuer Ehrenpräsident der Kriegerverbände. Im Rahmen der Feiern zum 25-jährigen Jubiläum des Denkmals war Hindenburg auf dem Kyffhäuser zu Gast. Am18. Juni traf er, von Berga-Kelbra kommend, im Burghof ein und nahm dort Quartier. 500 Schulkinder begrüßten ihn. Noch an diesem Abend besichtigte er das Denkmal. Es folgte ein Abendessen im Kaisersaal und der „Kyffhäuser-Flug“ warf aus 1000 Metern Höhe einen „Gruß an Hindenburg“ ab. Auf dem Westbalkon der Sommerwirtschaft nahm Hindenburg den Vorbeimarsch eines Fackelzuges von Schülern des Technikums und des Realgymnasiums aus Frankenhausen sowie des Gymnasiums Nordhausen ab. Am nächsten Tag, einem Sonntag, fand die eigentliche Gedenkfeier am Denkmal statt. Im Zuge einer Heldenehrung des preußischen Landeskriegerverbandes war Hindenburg am 9. ünd 10. August 1924 noch einmal Gast auf dem Kyffhäuser und im Burghof, mit ihm 20 000 weitere Gäste. Der Deutsche Reichskriegerbund „Kyffhäuser“, wie er seit 1922 offiziell hieß, hielt weiter jährlich im September Vertreterversammlungen im Burghof ab, erhalten blieben auch bis in die dreißiger Jahre hinein die Feiern am 1. April zu Bismarcks Geburtstag. Trotz schlechter wirtschaftlicher Lage und Inflation konnte sich Wirt Gustav Schalk nicht über Gästemangel. beklagen. 1922 wurde die Kyffhäuserstraße für den Kraftverkehr freigegeben. Wohl auch deshalb kamen allein in diesem Jahr über 600 000 Besucher auf den Kyffhäuser. Weiterhin waren es vor allem die Weltkriegsteilnehmer, die Denkmal und Gasthof besuchten. Der Burghof verfügte über 50 Zimmer mit 80 Betten und 2000 Gäste-Sitzplätze.
Wird fortgesetzt |
| Thüringer Allgemeine vom 30. August 2006 von Lothar Nolte |
| 15 Chöre beim Burghof-Singen Veranstaltung erlebt am kommenden Sonntag ihre zweite Auflage / 350 Snger und viel Publikum erwartet Es war, als hätten alle nur darauf gewartet: Als im vergangenen Jahr die Tradition des Burghof-Singens auf dem Kyffhäuser wieder belebt wurde, kamen die Chöre gern und zahlreich. Das wird am kommenden Sonntag nicht anders sein, wenn die Veranstaltung ihre zweite Auflage erlebt. KYFFHÄUSERKREIS. Mit dem ersten Burghof-Singen im vergangenen Jahr auf dem Kyffhäuser ließ der Hainleite-Sängerkreis Sondershausen eine langjährige Tradition der Sängerbewegung wieder aufleben. Das Freundschaftstreffen von insgesamt 15 Chören aus den verschiedenen Regionen rund um den sagenumwobenen Berg wurde ein Erfolg für Akteure und Besucher gleichermaßen — und spontan wurde die Wiederholung für das nächste Jahr beschlossen. Nun ist es wieder so weit und der Kreis der Sängerinnen und Sänger lädt zum zweiten Burghofsingen ein. Stattfinden wird es am kommenden Sonntag, dem 3. September, ab 13 Uhr in der Denkmalswirtschaft Burghof. Auch diesmal haben sich die Veranstalter beim Kreis der Teilnehmer wieder auf 15 Chöre beschränkt, um eventuell aufkommende Hektik im Ablauf zu vermeiden und damit dem Zuhörer einen erbaulichen Genuss eines jeden Chores zu garantieren. Sollte der Wettergott eine Open-air-Veranstaltung im Garten des Burghofs nicht zulassen, bietet der Saal auf jeden Fall genügend Platz für die zu erwartenden 350 Sänger und das ebenso interessierte wie zahlreiche Publikum. Vorerst aber darf noch darauf gehofft werden, dass sich das Wetter am Wochenende etwas freundlicher gestaltet. „Wir feiern ein Fest der Freude“, mit diesem Lied wird der Bad Frankenhäuser Frauenchor unter der engagierten Leitung von Margarete Wisotzky den Reigen bunter Chormusik nach den Begrüßungworten um 13.15 Uhr eröffnen. „Die Lieder eines Volkes sind so wichtig wie seine Wälder, Wiesen und Gewässer. Ebenso wie diese müssen sie vor der Verwüstung und Zerstörung geschützt werden. Dies geschieht aber nicht dadurch, dass man die Lieder sammelt, sondern nur, indem man sie singt.“ Getreu diesem schönen Leitspruch von Karl Friedrich Zelter wird am Wochenende auf dem Kyffhäuser ein nächster Schritt zur Wahrung der sängerischen Tradition in unserer Region getan. Ein Ausflug auf den Berg lohnt sich damit gleich doppelt. |
| Thüringer Allgemeine vom 24. August 2006 von Ireen Schädel |
| Asphaltpiloten Motorsport: 15. Kyffhäuser-Bergrennen lockt Rennfahrer und Zuschauer nach Kelbra Von wegen Fernglas und VIP-Karten: Was bei der Formel 1 nur von der Tribüne aus verfolgt werden kann, lässt sich am Wochenende beim Kyffliäuser-Bergrennen hautnah miterleben. Da wedelt einem die Rennluft noch direkt um die Nase. Und genau das ist das Spannende fürs Publikum. KELBRA. Mit der 15. Auflage erfährt. das Kyffhäuser-Bergrennen unter der Ägide des ADAC am 26. und 27. August auch eine gewisse Premiere. Denn es ist den Fahrern vorbehalten, den nigelnagelneuen Abschnitt der Bundesstraße 85 auf dem Kyffhäuser einzuweihen. „Wir haben einen super neuen Belag bekommen, jede Menge Grip“, freuen sich die Motorsportler des Nordhäuser MSC auf ihrer Internetseite — vielleicht die beste Voraussetzung für einen neuen Streckenrekord. Den hatte im vergangenen Jahr Herbert Stenger mit durchschnittlichen 104 Stundenkilometern und einer Zeit von 2:12 Minuten aufgestellt. Noch nicht mal ein gebrochener Arm konnte dem Rennfahrer da in die Quere kommen. Er hat sich wie zirka 100 andere Motorsportler wieder fürs Bergrennen im Rahmen der Deutschen Bergmeisterschaft angemeldet, will die 36 Kurven als Schnellster absolvieren. Dabei zählt jede Sekunde. Nur wer alle Einzelheiten der Kurven kennt, jede Bodenwelle im Gedächtnis hat und die Ideallinie findet, hat eine Chance im Kampf gegen die Stoppuhr und somit Aussicht auf einen der begehrten vorderen Plätze. Beste Aussichten haben auch die Zuschauer beim Kyffhäuser-Bergrennen. Egal ob direkt am Start oder irgendwo auf den Hängen oder Böschungen entlang der Rennstrecke — das Publikum bekommt die Piloten und Flitzer hautnah mit, die sich die 36 Kurven entlang schlängeln werden. Die vier Kilometer zwischen Kelbraer Ortsausgang und. dem Abzweig zur Rothenburg haben es in sich: Nach der 270 Meter langen Startgeraden folgt in kurzen Abständen das anspruchsvolle Kurvenlabyrinth. Doch nicht nur beim Renngeschehen kommen die Zuschauer auf ihre Kosten. Das Kyffhäuser-Bergrennen bietet auch die perfekte Gelegenheit, den. Motorsportlern bei der Vorbereitung ihrer „Himmelsstürmer“ über die Schultern zu schauen und Einblicke in die Welt des ohrenbetäubenden Motorsports zu gewinnen. |
| Thüringer Allgemeine 31. Juli 2006 von Renate RUSCHE |
Besser kann man nicht genießen
1300 Begeisterte gönnen sich Oper Nabucco in einer lauen Sommernacht auf dem Kyffhäuser Die Regenponchos, die an der Kasse bereit gehalten wurden, brauchte man Samstagabend nicht. Die Organisatoren von Luxevents, die Musiker und Darsteller von der polnischen Staatsoper Bytom waren mit den Tüchtigen im Bunde und führten Verdis Oper Nabucco an einem lauen Sommerabend direkt am Kyffhauserdenkmal auf. KYFFHÄÜSER. Schon auf dem Weg wurde klar, dass das Oper-Open-Air nicht nur Freunde der Klassilk aus dem Kyffhäuserkreis in: seinen Bann gezogen hatte Schob man sich doch an einer Schlange geparkter Autös vorbei, deren Kennzeichen aus Hamburg, Berlin, Sommerda, Nordhausen, Unstrut-Hainich, Weißenfels, Saale-Orla, Holzland oder Sangerhausen stammten. Hatte es am Morgen noch geregnet, stellten sich am Vormittag Sonne und Wärme wieder ein, so dass der Verkauf an der Abendkasse auf dem Kyffhäuser noch einmal in Schwung kam. Mit 1300 verkauften Einttittskarten zeigten sich die Veranstalter mehr als zufrieden, waren doch die herbei geschafften Stühle belegt. Und wer auf einer Bank direkt an den roten Sandsteinen der Ringterrasse Platz fand, konnte sich bis weit in die Nacht der abstrahlenden Wärme des Tages freuen.
Doch auch so musste in der lauen Sommernacht niemand frieren. An Kleidung war alles erlaubt und alles vertreten — vorn Kleinen Schwarzen übers lange Abendkleid bis hin zu Caprihose oder Jeans. Das macht ja gerade so eine Open-Air-Veranstaltung aus: Man kann gute Musik unter freiem Himmel, das herrliche Abendrot und gleichzeitig ein Gläschen Sekt oder Bier genießen. Manche gönnten sich sogar die Zigarette zwischendurch. Das Schönste: All das störte nicht beim Musikgenuss. Der Wind hatte sich pünktlich zu Veranstaltungsbeginn gelegt, so dass die klare Musik und die stimmungewaltigen Darbietungen der Opemkünstler in ihrer ganzen Fülle weit über die Köpfe des Publikums hinaus in die Goldene Aue getragen wurden. Es gibt keine bessere Art, Giuseppe Verdis Musik, den Kampf Nabuccos um Liebe, Macht und Intrigen im Tempel von Jerusalem und dem Palast von Babylon zu genießen. |
| Thüringer Allgemeine vom 22. Juli 2006 von NN |
| Rippenkuppel am Denkmal wird verglast Dieser Tage beginnen Bauarbeiten am letzten großen Projekt innerhalb des großzügigen Förderprogramms des Denkmalschutzes mit Mitteln der EU, von Land und Kreis. In die Rippenkuppel des Kaiser-Wilhelm-Denkmal-Turmes wird ein überwiegend aus Glassegmenten bestehendes Austrittsbauwerk eingepasst. Dazu wird das Denkmal bis zur Krone eingerüstet. Sicherungsarbeiten an der Kuppel folgen. Für Besucher soll das Ganze fast ohne Beeinträchtigungen abgehen. Die Männer der Gerüstbaufirma Wallrodt aus Bad Frankenhausen müssen in 60 Meter über dem Boden ihr ganzes Können auf bieten. |
| Thüringer Allgemeine 12. Juli 2006 von NN |
| Fünf Liter Bier und sechs Zigarren Abiturienten erforschen Geheimnisse rund um den Kyffhäuser und bringen Sie zum 110-Jährigen des Denkmals interessant rüber (2) In Seminarfacharbeiten erforschen Schüler des Kyffhäuser-Gymnasiums die Geschichte des Burghofes, der mit dem Bau des Kyffhäuser-Denkmals ab 1890 einen Aufschwung erlebte. Bis 1918 waren Anna Franke, Pierre Franke, Toni Schaadt, Ronny Feye und Sebastian Axthelm verantwortlich. Die Ereignisse auf dem deutschesten aller Berge zwischen 1918 und 1945 werden zurzeit von Sandra Riesen, Susann Kreyer und Juliane Worgt erforscht: Um die Zeit nach 1945 kümmern sich Johannes Brodowski, Manuel Heeger, Benjamin Voigt und Martin Teichmann. Hilfreich waren beiden Nachforschungen Gespräche mit Karl-Heinrich Reichenbach aus Bad Frankenhausen, dem Enkel des Baumeisters des Denkmals und der Gaststätte, der auch zahlreiches Material zur Verfügung stellte, sowie die Unterstützung durch das Kreisheimatmuseum mit deren Chefin Renate Weinert. KYFFHAUSER (js) Erster Pächter der Gaststätte Burghof wurde Paul Zimmermann, geboren in Greußen, bis dato Bahnbofswirt in Berga-Kelbra. 1890, mit Beginn der Bauarbeiten am Denkmal, war der Burghof noch eine Holzbaracke, die der Versorgung der Bauarbeiter diente. 1891 stand sie bereitsals Steinbau da, weil die Nachfrage auch von Touristen sonst nicht mehr zu befriedigen war. Zimmermanns Frau Katharina übernahm am 19. Dezember 1898 die Wirtschaft und führte sie bis zum 1 Mai 1910, weil die Nachfolge bei Tod zunächst innerhalb der Familie zu regeln war. Dann trat sie aus dem Pachtvertrag aus, obwohl der Vorstand des 1900 entstandenen Kyffhäuser-Bundes dies sehr bedauerte. In die Pachtzeit von Paul und Katharina Zimmermann fallen große bauliche Veränderungen. 1892 wurde der Barbarossa-Saal errichtet. Er war 23 Meter lang und 6,70 Meter breit, bestand aus drei Kreuzgradgewölben, die durch Rundbögen verbunden waren. Besonders erwähnt werden muss seine Akustik, die ein Flüstern am einen Ende so verstärkte, dass man es am anderen Ende hören konnte. Blickfang war eine Kaminfigur, die der Bildhauer Nikolaus Geiger, der auch die Barbarossafigur des Denkmals schuf, nach Plänen des Kyffhäuserdenkmal-Architekten Bruno Schmitz schuf. Sie stellt einen Barden dar, der einen Adler auf der Schulter trägt. In den Sims ist der Anfang des Nibelungenliedes eingemeißelt. Zu DDR-Zeiten wurde die Figur entfernt und lag lange vor der Gaststätte. Seit 2005 befindet sie sich wieder an ihrem alten Platz. Das Jahr 1895 brachte einen weiteren Umbau. Nach Vorbild des kaiserlichen Jagdschlosses in Rominten in Ostpreußen wurde das Gebäude überbaut. Das Erdgeschoss blieb äußerlich wie gehabt mit Sandsteinen, das Obergeschoss mit Logierzimmern und Laubengang wurde im Blockhausstil vorgefertigt und bis zu den Herbstferien fertig gestellt. Der Wirtschaftshof westlich der Gastwirtschaft wurde mit einer cyklopischen Mauer umgeben. In der Wirtschaft gab es eine Postagentur mit Ansichtskarten und Telefon. Schon vor 1897 gab es eine Telefonverbindung nach Frankenhausen, ab 1897 nach Rossla. Deshalb gehören das Denkmal und die Gastwirtschaft bis heute zum Ortsnetz von Rossla in Sachsen-Anhalt. Am Tag der Einweihung des Denkmals, dem 18. Juni 1896, dem Jahrestag der Schlacht von Waterloo, waren neben Kaiser Wilhelm II. auch weitere gekrönte Häupter auf dem Kyffhäuser zu Gast. Man speiste aber im Schloss Rathsfeld, der Sommerresidenz der Schwarzburger Fürsten. Am 20. Juni 1896 lud der Denkmal-Ausschuss 250 Arbeiter auf seine Kosten, in den~ Burghof ein. Es gab Rinderschmorbraten, sechs Zigarren pro Mann und 1300 Liter Bier, also über fünf Liter pro Mann. Mit Musik wurden. die Arbeiter in der Nacht auf dem Heimweg begleitet. Ab 1897 würde an der Kohlstätte ein Wagenhalteplatz für die Fuhrwerke errichtet und der Weg zur Gaststätte für Fuhrwerke gesperrt. So wollte, man mehr Ruhe und Sicherheit für die Besucher erreichen. Weitere große Neubauten folgten 1904 und 1905. Ein Anbau im Osten, der heute als Wappensaal bezeichnet wird, wurde 1904 fertig. Die Entwürfe hatte wieder Bruno Schmitz geliefert. Der Stil blieb gleich, Sandstein für das Erdgeschoss, Blockhausstil im Obergeschoss. Auch hier mit Logierzimmern und Laubengang, der als Zugang zu den Zimmern diente. Architektonisch ‚auffällig war der Treppenturm, der in seinem Inneren an den Fenstern Sitznischen hatte und so einen herrlichen Ausblick ins Wolwedatal ermöglichte. |
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