Thüringer Allgemeine - Sonderhäuser Allgemeine - vom 20. Juli 2014 von Kerstin Fischer

 Bad Frankenhausen. Ein verunglückter Fallschirmspringer von einem Ast durchbohrt in einem Baum. Ein abgestürzter Besucher zu Füßen des Kaisers am Kyffhäuserdenkmal. Zum Glück nur zwei Übungseinsätze der Frankenhäuser Feuerwehren. Aber es könnte auch mal Ernst werden.

Mit Sondersignal kommen die knallroten Autos am Freitagabend auf den Parkplatz am Burghof gerauscht. Der ist um diese Zeit nahezu leer. Die Kyffhäuser-Besucher haben längst den Heimweg angetreten. Aus einem Baum hängt ein großer Stofffetzen herab, in einer Astgabel liegt eine menschenähnliche Gestalt. Ein Dummie, der die aus den Fahrzeugen kletternden Einsatzkräfte aber vor eine knifflige Aufgabe stellt.

Eine Stunde später ist erneut Köpfchen gefragt. Ein Verletzter liegt mit Knochenbrüchen und offenen Wunden im Steinbruch vor dem Kyffhäuserdenkmal. Wieder ein Dummie. Diesmal eine 40 Kilo schwere Ringerpuppe, die durch den Sturz in die Tiefe tatsächlich Blessuren erlitten hat. Aus dem Füßbereich des gelben Körpers eine pulverartige Substanz ausgetreten. Die Feuerwehrleute sollen die Person aus dem unwegsamen Gelände herausholen. Eine Drehleiter wäre hier hilfreich, sagt Jens Fischer, der stellvertretende Wehrleiter der Frankenhäuser am Rande. Aber die hat auf dem bergigen Denkmalsgelände keine Chance.

In beiden Fällen gilt es, die Verunglückten "personenschonend" zu retten, wie Jörg Krause von der Rettungswache Oldisleben den Einsatzkräften erklärt. Zugleich soll die Zusammenarbeit trainiert und der Umgang aller mit der Technik der Stützpunktfeuerwehr trainiert werden.

Personenschonend heißt, nach der Rettungsaktion durch die freiwilligen Helfer sollten die Verletzten nicht noch schwerer verletzt sein, als sie ohnehin schon sind. Krause übernimmt jeweils die Erstversorgung und wird dabei von Feuerwehrleuten unterstützt. "Zeit für die anderen, sich Gedanken zu machen, wie sie bei der Rettung vorgehen wollen", erklärt er gegenüber unserer Zeitung beiläufig. Beim Fallschirmspringer kommen Steckleiter, Rettungsbrett, mehrere Seile und die Säge für einen (sperrigen, in diesem Fall trockenen) Ast zum Einsatz, ehe das Rettungsbrett für den Verletzten vorsichtig in die Höhe gezogen werden kann. Nicht alles läuft sofort rund bei der Aktion, aber später wird Ausbilder Torsten Ernst den Einsatzkräften der Feuerwehrleuten aus Esperstedt und Seehausen, die den Rettungseinsatz meisterten, seine Anerkennung aussprechen. "Es geht hier nicht um Schnelligkeit, sondern um wohlüberlegtes Handeln. Das war wirklich gut", würdigt er.

Am Steinbruch sind dann alle Rettungskräfte gefragt. Während die einen sicherstellen, dass die Retter gefahrlos in die Grube gelangen, um den Verletzten erstzuversorgen und auf die Trage zu laden, müssen die anderen einen Anschlagpunkt errichten, durch den die Trage nach oben gehievt werden kann.

Ein bisschen exotisch, findet hinterher ein Mitglied der Ortsteilfeuerwehren. Das sieht Jens Fischer anders: "Noch ist unsere Einsatzbereitschaft tagsüber in der Woche gewährleistet", sagt er. "Aber wir werden immer weniger, und lasst uns mal irgendwo in einem Einsatz sein und dann passiert plötzlich noch so ein Unglück, da müsst Ihr dann erst mal alleine klarkommen."

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